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Lippenbändchen |
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Der menschliche Körper ist
so unterschiedlich wie jeder Mensch. Wenn ein bestimmtes Piercing bei der
einen Person machbar ist, so kann es sein, daß es bei einer anderen
Person wegen unterschiedlicher anatomischer Gegebenheiten einfach nicht
angebracht werden kann. So ein Beispiel ist das Piercen des Lippenbändchens,
daß sich in den letzten Monaten immer größerer Beliebtheit
erfreut.
Oft kommen Kunden in ein Piercingstudio und möchten ein »Zahnpiercing«
bzw. ein »Zahnfleischpiercing«. So was gibt es natürlich
nicht, aber wenn im Schneidezahnbereich etwas funkelt, dann handelt es
sich höchstwahrscheinlich um ein Lippenbändchenpiercing.
Wenn ihr euch vor den Spiegel stellt, mit beiden Händen eure Oberlippe
greift und nach oben zieht, dann erkennen die meisten in der Mitte der
Lippe ein kleines Hautbändchen, das diese am Zahnfleisch festhält.
Kannst du dieses Bändchen trotz extremer Straffung des Gewebes nicht
erkennen, dann gehörst du zu den ca. 20 %, die kein Lippenbändchen
haben. Entweder, weil es nie ausgeprägt war, bei einem Unfall abgerissen
ist oder vom Arzt aus medizinischen Gründen entfernt wurde - überlebensnotwendig
ist es nicht.
Auch wenn das Bändchen vorhanden ist, kann es nicht immer gepierct
werden. Ist es zu schwach ausgeprägt, sollte er/sie davon absehen.
Manchmal ist es verknorpelt, was ein Vorteil oder Nachteil sein kann -
die Entscheidung, ob gepierct werden kann oder nicht, muß der erfahrene
Piercer treffen.
Sind die anatomischen Voraussetzungen erfüllt, ist das eigentliche
Piercen recht unproblematisch. Man verspürt höchstens ein leichtes
Ziehen. Es fließt in der Regel auch kein Blut, da der Piercer die
kleinen Gefäße in der Haut erkennen und umgehen kann.
Die Abheilzeit verläuft bei der richtigen Schmuckauswahl (Material,
Materialstärke, Innendurchmesser) ohne Komplikationen und sehr schnell.
Leichte Entzündungen treten so gut wie nie auf und wenn, verschwinden
sie meist rasch wieder. Bei anständiger Pflege sind zwei bis drei
Wochen Abheilzeit fast schon als langsam zu bezeichnen.
Nimmt man den Schmuck irgendwann heraus, ist natürlich von außen
keinerlei Narbe zu erkennen. Ist die Wunde verheilt, kann man den Schmuck
beliebig mit allerlei Klemmkugeln und verschiedenen Innendurchmessern
des Ringes variieren. Es sieht einfach gut aus. Je nach Plazierung sieht
man ihn beim Sprechen oder erst beim herzhaften Lachen.
Optische Voraussetzung für ein tieferes Tragen sind einigermaßen
gerade Schneidezähne. Stehen diese nämlich schief, hängt
der Ring und somit die Kugel schief. Das sieht nicht so optimal aus.
Der Nachteil des Lippenbändchenpiercings besteht darin, daß
es trotz korrekter Plazierung herauswachsen oder vom Körper abgestoßen
werden kann. Kommt es im Schlaf zu einer Verletzung, sprich, der Ring
wird in der Haut nach unten gerissen, wächst diese oberhalb des Stichkanals
wieder zusammen. Passiert dies ein paarmal, muß der Ring logischerweise
entfernt werden, da der Ring wegen mangelnden Gewebes immer wieder herausreißt.
Ähnlich wie beim Bauchnabel oder der Augenbraue, kann es auch beim
Lippenbändchen zu einem Herauswachsen ohne äußere Verletzungen
kommen. Der Körper stößt den Schmuck schlicht und ergreifend
ab. Eine schmerzlose, aber langsame Prozedur. In seltenen Fällen
kommt es auch zu einer Reizung des Zahnfleisches. Dann sollte man zunächst
überprüfen, ob die Schmuckauswahl, vor allem bezüglich
der Größe, stimmt. Wenn ja, und es kommt trotzdem zu einer
Reizung, muß der Schmuck entfernt werden.
Der Stichkanal wächst extrem schnell zu. Was in diesem Fall auch
ein Nachteil ist. Verliert man den Ring beispielsweise kurz nach dem Einschlafen
- also unbemerkt bis zum nächsten Morgen - oder hat bei Verlust keinen
passenden Platzhalter zur Hand, so ist die Wunde oft schon nach wenigen
Stunden verschlossen.
Eine Zahnfleischreizung konnte ich persönlich noch nicht beobachten,
halte es aber unter gewissen Umständen für möglich. Eine
Schädigung der Zähne selbst halte ich dagegen für unwahrscheinlich,
da der gesunde Zahnschmelz einiges aushalten kann.
Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt des Lippenbändchenpierings.
Die Plazierung, das Stechen, der Einsatz! Hierbei handelt es sich um ein
Piercing, das dem Piercer eine sehr große Fingerfertigkeit abverlangt.
Genaugenommen braucht man dazu mindestens drei Hände - vier wären
noch besser.
Generell: Überlaßt das Piercen den professionellen Kräften
- Selbstversuche gehen nach hinten los. Auch wenn ihr eurem Piercer ein
paarmal zugeschaut habt, durch »Über-die-Schulter-gucken«
wird man kein Piercer!
In der nächsten Ausgabe ein Artikel zu einem äußerst heiklen
Thema, dem Ohrknorpel, und speziell dem Tragus.
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Dragus
- Ohrknorpel |
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Und weiter geht's mit Neuigkeiten
aus der lustigen Welt des Piercens. Diesmal geht es um das Piercen des Ohrknorpels,
speziell des Tragus, dem kleinen Ohrknorpel direkt vor dem Gehörgang.
Leider wird dieses Piercing immer noch von Unverantwortlichen mit der
Ohrlochpistole ausgeführt. Das hat den Gepiercten in den letzten
Jahren manche unangenehme Stunde und vielleicht sogar Virusinfektionen
eingebracht.
Die Piercing-Pistole, die erfunden wurde, um Kuhohren zu markieren, besteht
in ihrem Inneren aus Plastik oder metallverkleidetem Plastik und kann
daher nicht sterilisiert werden, denn die hohen Temperaturen im Autoklav
verträgt das Material nicht. Das Gerät ist daher der ideale
Keimverbreiter. Ihr solltet euch vor Augen halten, daß eine gefährliche
Infektion durch die Pistole möglich ist.
Schmerzhafte Entzündungen und Komplikationen beim Heilungsprozeß
(wie das aussieht, könnt ihr in der Ausgabe 9/98 sehen) sind weitere
Gründe, dieses Gerät zu meiden. Beim Durchstoßen des Körpers
mit der Pistole bleiben zermatschte Gewebereste zurück und werden
an die Seite des oftmals stark ausgefransten Stichkanals gedrückt.
Eine optimale Brutstätte für Entzündungen verursachende
Erreger. Durch die Ablagerung der zerschossenen Körperreste kann
sich nur sehr schwer neue, gut verheilende Haut im Stichkanal bilden.
Oftmals werden die entsprechenden Stellen nach langer Zeit abgekapselt
und bilden einen Knorpel, der für immer im Körper zurückbleibt.
Der Ohrknorpel gehört zu den härtesten des Körpers, ist
aber gleichzeitig eine heikle Stelle was Wundheilung betrifft. Kommt es
zu Entzündungen oder anderen Komplikationen, können diese, wegen
der speziellen Beschaffenheit des Ohrgewebes, nur schwer bekämpft
werden. Schmutz bleibt länger in der Wunde und Heilmittel werden,
egal ob innen oder außen aufgetragen, sehr schlecht zur Wunde transportiert.
Ist der Ohrknorpel erstmal zerstört, regeneriert er sich nicht mehr,
sondern es kommt zum gefürchteten Blumenkohlohr. Zusätzlich
ist der Ohrknorpel eine der riskantesten Stellen des Körpers, denn
in seiner Nähe verläuft am Schädel eine der Hauptnervenbahnen
zum Gehirn. Bei einer Entzündung, könnte diese theoretisch auf
diese Nervenbahnen übergreifen und im extremsten Fall sogar zu einer
Hirnhautentzündung führen.
Natürlich gibt es nicht wenige Leser, die Glück hatten, bei
denen vielleicht alle durchschossenen Knorpel relativ gut und schnell
verheilt sind. Vielleicht hat der eine oder andere sogar schon eine Heptatitis
C Untersuchung hinter sich und erfahren, daß er sich diese schlimme
Krankheit nicht zugezogen hat. Dieser Umstand rechtfertig es jedoch nicht,
das Glück auch in Zukunft immer wieder herauszufordern. Wird aber
sauber und mit den richtigen Materialien gearbeitet, ist das Risiko einer
Komplikation beim Ohrknorpelpiercing verschwindend gering. Auch beim Tragus.
Allerdings kann der Tragus bei einer wirklich heftigen Entzündung
zerstört werden und seine Tragfähigkeit verlieren. Das bedeutet,
daß man dann sozusagen ein zweites Ohrläppchen an der Seite
des Kopfes hängen hat. Auch dies ist eine seltene Ausnahme.
Die vollständige Neubildung der Haut im Stichkanal nimmt jedoch eine
vergleichsweise lange Abheilzeit von bis zu neun Monaten in Anspruch.
Was bedeutet, daß in dieser Zeit das Piercing stets gründlich
gereinigt und vor allem beim Haarewaschen darauf geachtet werden muß,
daß keine schädlichen Stoffe in den Wundkanal eindringen.
Abgesehen von der teilweise etwas langen Abheilzeit gehört der Tragus
nicht nur zu den schönsten, sondern auch zu den schmerzhaftesten
Stichen. Vergleichsweise schmerzhaft, schiebe ich nach, denn Schmerz ist
ein subjektives Erlebnis. Dadurch, daß sich hinter dem Tragus stets
Gewebe in Form der Ohrmuschel befindet, kann man auf keinen Fall einen
dynamischen Stich ausführen, wie bei den meisten anderen Piercings.
Erst im Verlauf des Stiches merkt der Piercer, wie dicht der ohnehin schon
sehr dicke Knorpel aufgebaut ist und mit welcher Kraft er vorgehen muß,
ohne die dahinter liegende Ohrmuschel zu verletzen. Generell gilt die
Faustregel: je länger ein Stich dauert, umso mehr Schmerz verspürt
man.
Wer sich für ein Tragus-Piercing entscheidet, sollte also zum professionellen
Piercer gehen und auf jeden Fall einen großen Bogen um jede Ohrlochpistole
machen.
Zur letzten Folge mit dem Thema »Tragus« bleibt noch nachzutragen,
daß sämtliche im Bericht angesprochenen Gefahren und Komplikationen
natürlich genauso für die restlichen Stiche durch den Ohrknorpel
zutreffen. Dieser Teil des Körpers ist bei ensprechendem Sachverstand
und sauberer Arbeit gut zu piercen. Wichtig ist natürlich der Einsatz
des richtigen Schmucks und die Mithilfe des Kunden - wenn all die Faktoren
stimmen, heilen die Stiche auch durchweg gut ab.
Der Kunde kann den Heilungsprozeß so optimal wie möglich unterstützen,
indem er sich exakt an die Pflegehinweise eines erfahrenen Piercingstudios
hält. Er sollte auf gar keinen Fall zu obskuren Hausmittelchen greifen,
die bei einer Freundin eventuell geholfen haben, und vor allem den Stichkanal
nicht »überpflegen«. Ein häufig zu beobachtendes
Phänomen.
Sollte es doch zu einer Entzündung kommen, ist der Schmuck auf keinen
Fall selbst zu entfernen, sondern es sollte sofort ein Studio aufgesucht
werden.
Bis die Haut im Knorpelbereich so stabil ist, daß nichts mehr passieren
kann, dauert es in der Regel drei bis sechs Monate - es zählt also
zu den langsam heilenden Piercings.
Der Gefahr einer Ohrknorpelerweichung (nicht reversibel, da sich einmal
zerstörter Knorpel nicht mehr aufbaut) sollte man sich immer bewußt
sein. Piercings, die nach aller Erfahrung zu Komplikation führen,
wie etwa der »Madison« (Piercing am Halsansatz), »Bridge«
(Piercing zwischen den Augen auf dem Nasenrücken) oder auch das Handpiercing,
sollten nicht ausgeführt werden. Der Ohrknorpel kann prinzipiell
trotz der Gefahren überall gepierct werden, und die verschiedenen
Plazierungen sind mit interessanten Namen wie Rook, Daith usw. versehen.
Eine Problemgruppe stellen in diesem Fall vor allem die Diabetiker dar,
da es bei diesen neben einer schlechten Wundheilung im Ohrlochbereich
oft zu Hautkrankheiten kommt, die sich auf den Heilungsprozeß bremsend
auswirken können.
Somit hätten wir die Stiche am Ohr praktisch alle abgedeckt. Dazu
kommt noch das Dehnen der Ohrlöcher, zu dem man ein wenig Geduld
aufbringen sollte. In den Staaten gibt es die Technik des »Scalpellings«:
mit dem Skalpell wird eine relativ große Wunde geschnitten, damit
direkt ein großer Dehnring eingesetzt werden kann. Von dieser Technik
rate ich ab und empfehle, nach der altbewährten Methoden mit Dehnungsschmuck
oder Dehnungsnadeln zu arbeiten. Das dauert zwar etwas länger, birgt
aber ein geringeres Gefahrenpotential. Am besten ist es, den Dehnungsvorgang
von einem Piercer ausführen und/oder überwachen zu lassen, da
es in dessen Verlauf bei unsachgemäßer Dehnung zu Verletzungen
und Entzündungen kommen kann.
Ein wichtiger Punkt, den der Laie im Hinterkopf behalten sollte, ist der,
daß eine sogenannte Ohrlochpistole im Zeitalter von »Hepatitis
C« nicht mehr zur Anwendung kommen sollte. Dadurch, daß die
Ohrlochpistole das Gewebe nicht sauber durchsticht, sondern quasi zerstanzt,
und die zerstörten Gewebereste seitlich in den ausgefransten Stichkanal
drückt, sind Komplikationen und Entzündungen oftmals vorprogrammiert.
In der nächsten Folge kehren ich nochmal zum Mundbereich zurück.
Das im Moment wohl beliebteste Piercing, nämlich das Zungenpiercing,
wird eingehend behandelt.
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Zungen
- Piercing |
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Das Zungenpiercing gehört zu
den harmlosesten und vor allem zu den am schnellsten verheilenden Piercings
überhaupt. Alles in allem einer der angenehmsten Stiche. In jeder Beziehung!
Wenn man nicht zu der kleinen Minderheit gehört, die an viel zu langen
Steckern permanent herumkauen und den Stift andauernd aus dem Mund schieben,
um auch jedem zu zeigen, daß man ein Zungenpiercing hat, dann ist
dieses Piercing eine sehr diskrete Sache. Heute wählen viele Menschen
gerade ein Zungenpiercing, weil es sehr diskret getragen werden kann und
trotzdem viel Spaß verspricht: dieses Piercing hat eben noch praktischen
Wert beim Liebesspiel. Selbst der ewige Spitzenreiter Bauchnabelpiercing
wurde von Platz 1 der Rangliste »Meistgewünschtes Piercing«
durch das Zungenpiercing verdrängt.
Darüber hinaus hat mit Sicherheit auch die relative Schmerzfreiheit
beim Stich und die extrem rasche Abheilzeit zu dieser Entwicklung geführt.
Oftmals geht der Laie davon aus, daß ein Zungenpiercing mit einem
sehr unangenehmen »Sich-auf-die-Zunge-beißen« zu vergleichen
sei, was nicht der Realität entspricht. Eine Piercingnadel ist eben
kein stumpfer Gegenstand, der das Gewebe einquetscht, sondern ist sehr
scharf und spitz und gleitet in der Regel durch die weiche Schleimhaut
der Zunge wie ein Messer durch warme Butter. Viele Kunden sind nach dem
Stich überrascht, überhaupt nichts gespürt zu haben.
Zur Abheilzeit ist zu sagen, daß das Piercing nach circa zwei Wochen
komplett verheilt ist, wobei die ersten Tage zu den unangenehmsten zählen.
In 80% aller Fälle kommt es meist am Tag nach dem Einsatz für
drei Tage zu einem extremen Anschwellen des Muskels, verbunden mit einer
Art Muskelkatergefühl in der Zunge. Das Sprechen ist gestört
und sollte in dieser Zeit auf ein Minimum reduziert werden.
Danach wird es nur noch besser, d.h. nach drei bis vier Tagen schwillt
die Zunge wieder ab. Gegen die Schwellung kann man Eiswürfel lutschen
oder Eiswasser trinken.
Überhaupt ist die Nahrungsaufnahme in dieser Woche extrem erschwert.
Heiße, stark gewürzte und feste Speisen sind zu meiden. Leckereien
wie gestampfte Kartoffeln und matschige Spaghetti werden in dieser Zeit
zur Leib- und Magenspeise. Da die Speicheldrüse in der Abheilzeit
eine nie geahnte Aktivität entfaltet, gleitet der Brei schön
glischtig durch die Speiseröhre. Witz beiseite: In der Abheilzeit
kommt es in vielen Fällen zu einem Anschwellen der Speicheldrüse
unter dem Kinn, was aber kein Anlaß zur Beunruhigung ist.
Nach der Einnahme von Speisen und Getränken ist das intesive Spülen
mit Salzwasser dringend anzuraten. Rauchen sollte unterlassen werden.
Ein weiterer Nebeneffekt während der Abheilphase ist, daß die
Geschmacksknospen an der Zungenspitze sensibler sind und ein kitzeliges
oder brennendes Gefühl verbreiten &endash; auch das gibt sich
nach ein paar Tagen.
Ein Zungenpiercing wird generell so gesetzt, daß es zu keiner dauerhaften
Sprachstörung kommen kann. Wichtig ist, daß nach dem Abschwellen
der lange Stecker gegen einen passenden, kurzen getauscht werden (circa
nach sieben bis zehn Tagen). Dieser Service wird heute von vielen Studios
angeboten und ist meist im Preis inbegriffen. Der passende kurze Stecker
verhindert, daß es zu einer Dehnung des Stichkanals kommt und der
Kunde ständig, absichtlich oder nicht, auf seinem Schmuck herumbeißt
und gegen die vorderen Zähne stößt. Der Zahnschmelz &endash;
der natürliche Schutz der Zähne &endash; wird dadurch angegriffen
und im Extremfall brechen ganze Brocken 'raus. Einige Zahnärzte warnen
generell vor Zungenpiercings, da sie der Ansicht sind, daß das Metall
den Zahnschmelz angreifen könne. Andere sehen das nicht so.
Die Gefahren eines Zungenpiercings bestehen zwar nicht in einer Gesichtslähmung
oder dem Verlust des Geschmacksinns, sind aber in Form einer Wucherung
von sogenanntem wildem Fleisch durchaus vorhanden. Diese Wucherung entsteht
im Laufe des Abheilprozesses. Sie ist nicht schmerzhaft, sieht aber nicht
gut aus. Nach einer gewissen Zeit bildet sich das Gewebe normalerweise
auch wieder zurück. Wer ungeduldig ist, kann sich das Gewebe auch
wegschneiden oder wegätzen lassen. Eine sehr unangenehme Prozedur,
und es ist auch nicht ausgeschlossen, daß es nachwächst. Die
Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr gering, aber über die Möglichkeit
dieser Komplikation sollte man auf alle Fälle Bescheid wissen.
Zur Pflege sollte mindestens zwei Mal täglich mit Listerine gespült
werden. Übertreiben sollte man es aber nicht, denn in der Mundflora
befinden sich Enzyme und Peptide, die auf natürlichem Wege die Bakterien
zerstören und somit Entzündungen verhindern.
Zungenpiercings sind eine wirklich feine Sache, die nicht ohne Grund auf
dem Vormarsch ist.
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Augenbrauenpiercing |
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Das Augenbrauenpiercing ist trotz
verheerender Pressemitteilungen in der Boulevardpresse ein Piercing, das
sich mehr und mehr durchsetzt, da es zu denen gehört, die schnell und
ohne Komplikationen abheilen. Ohnehin stellen wir in dieser Reihe nur Piercings
vor, die bei korrekter und professioneller Ausführung keinerlei Gefahr
für Leib und Leben darstellen, nicht zu Behinderungen oder Beeinträchtigungen
im Alltag führen und in der Regel problemlos verheilen.
Die Abheilzeit beim Augenbrauenpiercing ist mit durchschnittlich vier
Wochen relativ kurz. Das Schmerzempfinden beim Stich ist eher auf der
unteren Skala anzusiedeln, wobei es grundsätzlich natürlich
schwierig ist, allgemeingültige Aussagen zum Schmerzempfinden zu
machen - jeder empfindet eben anders,
Ein Augenbrauenpiercing kann unter Umständen, genauso wie ein Bauchnabel-
oder Brustwarzenpiercing, nach einiger Zeit vom Körper abgestoßen
werden bzw. herauswachsen. Dieser Vorgang ist nicht schmerzhaft, endet
jedoch leider damit, daß beim Erreichen einer gewissen Kürze
des Stichkanals der Schmuck wegen Verletzungsgefahr herausgenommen werden
muß. Eventuell können nach dem Herauswachsen kleine Narben
zurückbleiben, die oft jedoch von den Augenbrauen überdeckt
werden. Bezüglich der Plazierung des Schmuckes sollte das Piercing
nicht weiter außen als dem Punkt oberhalb des Augenwinkels gestochen
werden. Nach innen, in Richtung Nasenwurzel, erhöht sich die Spannung
der Haut, wodurch auch die Wahrscheinlichkeit des Herauswachsens ansteigt.
Worauf jeder Kunde vor dem Piercing hingewiesen werden sollte, ist, daß
es in seltenen Fällen durch Verletzung eines Gefäßes zu
einer Blutung kommen kann, die aber problemlos durch Kompressen innerhalb
von ein, zwei Minuten wieder gestillt werden kann. Es ist auch möglich,
daß es durch eine Blutung nach innen zu einem dicken »Blauen
Auge« kommen kann. Dieser Fall ist jedoch äußerst selten,
die Wahrscheinlichkeit ist kaum noch in Prozentpunkten auszudrücken.
In der Regel blutet dieser Stich aber überhaupt nicht.
Innerhalb der Abheilzeit kann es zu Verletzungen kommen, die man sich
z.B. im Schlaf zuzieht. Diese können Entzündungen hervorrufen,
die bei sachgerechter Behandlung aber nach 1-3 Tagen wieder abklingen.
Verschleppt werden darf eine Entzündung bei Piercings natürlich
auf gar keinen Fall.
Es können sowohl Ringe als auch Stäbe eingesetzt werden, wobei
bis zur kompletten Stabilisierung des Stichkanals zu möglichst leichten
Materialien wie z.B. Titan zu raten ist. Gewarnt werden muß auch
hier vor Billigschmuck, in dem teilweise hohe Mengen an Nickel, Cadmium,
Blei u.a. enthalten sind. Bei der korrekten Plazierung von zugelassenem
Schmuck sind dagegen keinerlei Vergiftungen oder andersweitige Komplikationen
möglich, wie sie leider immer wieder durch die Presse geistern.
Eine weitere Meldung, die oft aus der Horrorkiste gekramt wird, ist die
Verletzung des Sehnervs oder die Gesichtslähmung. Eine Verletzung
des Sehnervs ist völlig ausgeschlossen, von Verletzungen des Lidhebermuskels,
die dazu führten, daß das Auge nicht mehr geöffnet werden
konnte, wurde von Amateur-piercings berichtet, bei denen das Augenlid
und nicht die Augenbraue durchstochen wurde. Solch ein schwachsinniges
Piercing wird jedoch von keinem professionellen Piercer durchgeführt
werden, zumal es auch unweigerlich den Augapfel schädigen würde.
Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß die hier genannten Daten
und Angaben bezüglich Abheilzeit, Schmerzempfindung oder auch Komplikationen
auf Erfahrungswerten beruhen und als Durchschnittswerte zu verstehen sind,
die nicht notwendigerweise auf jede Person zutreffen.
Text: Moses
P.S.: In der letzten Ausgabe wurde bezüglich des Zungenpiercings
davon gesprochen, daß es nach dem Piercen zu einem Anschwellen der
Speicheldrüse kommen kann. Richtig muß es natürlich heißen:
Lymphdrüse. Der Fehler entstand hier in der Redaktion beim Tippen
des Artikels, natürlich weiß unser Mitarbeiter Moses, daß
sich unterhalb des Kinns keine Speicheldrüse, sondern rechts und
links des Adamsapfel die Lymphdrüsen befinden.
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Nasenpiercing |
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Der Nasenstecker gehört neben
dem fast schon traditionel- len Ohrring zu den am längsten bei uns
verbreiteten Piercings. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, die
Nase zu piercen: Zum einen den Nasenflügel im Bereich der Wölbung
(höher darf das Piercing nicht gesetzt werden, da bei einer eventuellen
Entzündung der Trigeminus-Gesichtsnerv in Mitleidenschaft gezogen werden
kann), zum anderen die Nasenscheidewand, das sog. Septum. An dieser Stelle
soll nun das gebräuchlichere Piercing durch die Nasenflügel beschrieben
werden.
Verheerend ist die Tatsache, daß selbst Ende der 90er Jahre der
Großteil der Nasenstecker immer noch unprofessionell mit der sogenannten
Ohrlochpistole geschossen wird. Diese Pistole birgt drei sehr große
Nachteile, wobei an allererster Stelle auf die mögliche Übertragung
von Krankheiten wie Hepatitis C hingewiesen werden muß. Übertragungen
von Hepatitis B durch den Gebrauch von Ohrlochpistolen wurden bereits
in den 70er Jahren nachgewiesen. Die Übertragungen sind darauf zurückzuführen,
daß eine Ohrlochpistole nicht sterilisiert werden kann. Es sollte
auch nicht unerwähnt bleiben, daß es gegen Hepatitis C im Gegensatz
zu Hepatitis A und B nach wie vor keinen Impfschutz gibt. Ca. 1% der deutschen
Bevölkerung ist mit diesem Virus infiziert, das eine chronische Erkrankung,
Leberzirrhose sowie Leberkrebs auslösen kann.
Der zweite Grund, weshalb man vom Gebrauch der Ohrlochpistole an der Nase
absehen sollte, liegt darin, daß dieses Gerät eigentlich dafür
entwickelt wurde, relativ weiche Kuhohren zwecks Kennzeichnung zu durchstanzen.
So ist die Maschine meist kräftig genug, um Ohrläppchen zu durchstechen,
am härteren Gewebe der Nase kann sie jedoch hängen bleiben,
worauf das Gerät unter Umständen sogar im Krankenhaus von der
Nase entfernt werden muß. Es ist auch der Fall einer gebrochenen
Nase bekannt.
Kommt der Bolzen tatsächlich durch das Gewebe durch, wird das zermatschte
Gewebematerial an die Seiten des ausgefransten Stichkanals gequetscht
und bildet dort einen optimalen Nährboden für Entzündungen
und den Grundstock für unangenehme Verknorpelungen.
Der dritte Punkt, der gegen den Gebrauch der Ohrlochpistole spricht, ist
der ungeeignete Schmuck. Sogenannte Gesundheitsstecker, die auch im Ohr
alles andere als gesund sind, gehören in keinem Fall in einen Nasenflügel.
Abgesehen davon, daß die klobigen Steinchen vom ästhetischen
Gesichtspunkt aus gesehen an der Nase nicht gerade hübsch aussehen,
kann man diesen Schmuck auch nicht korrekt pflegen. Zudem ist er für
das Nasengewebe zu dünn, so daß er sich nicht selten hineinschneiden
kann. Der durch den Verschluß eng anliegende Schmuck läßt
zudem einer leichten Schwellung keinen Platz. Hinter dem Flügelverschluß
im Inneren der Nase sammelt sich Schmutz und durch Feuchtigkeit und Wärme
kann es zu Pilzbefall kommen. Beim Putzen der Nase hat man ebenfalls Probleme
und bei schmalen Nasen kann es durch den zu langen Stift zu Verletzungen
und zu permanenten Entzündungen der gegenüberliegenden Nasenscheidewand
kommen.
Ebenfalls abzuraten ist von geraden Stäben, die am hinteren Ende
statt eines Flügels schlicht und ergreifend eine Verdickung haben.
Schon mehr als einmal mußte ich diese in meinem Studio auf äußerst
schmerzhafte Weise aus den Nasenflügeln herausziehen, da die Stäbe
oft zu kurz sind und die Verdickung in der Innenseite eingewachsen war,
sich das Gewebe um den dünnen Stab geschlossen hatte und dieser somit
fest saß.
Beim Nasenschmuck sollte man beim schlichten gebogenen Stab bleiben wie
er in Indien schon seit Jahrhunderten benutzt wird. Sollte man anfangs
mit dem Wechsel etwas Probleme haben, nur Geduld, es ist wie mit dem Schuhebinden,
hat man die Technik einmal kapiert, funktioniert es kinderleicht. Noch
besser eignet sich als Schmuck, besonders während der Abheilzeit,
ein Ring (Piercingring, keine Creole!), da sich bei dieser Art von Schmuck
kein Schmutz festsetzen kann und das Piercing optimal gepflegt und gereinigt
werden kann.
Vom Profi mittels Einwegnadel fachgerecht eingesetzt, ist der Stich zu
ertragen und heilt vor allem bedingt durch die gut durchblutete Nasenschleimhaut
meist ohne größere Komplikationen innerhalb von drei bis vier
Wochen ab.
Bei Entfernung des Schmucks wächst ein Nasenflügelpiercing sehr
schnell wieder zu, auch wenn schon jahrelang Schmuck drin war.
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Intimpiercings
für Frauen |
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In etlichen Kulturen gehört
Körperschmuck im Intimbereich nach wie vor zum traditionellen Erbe.
In »zivilisierten« Kulturen waren solche »barbarischen
Praktiken« zwar jahrhundertelang ein Tabu. Dennoch gab es immer wieder
heimlich getragene Ringe, lange bevor Piercing in unserer Zeit wieder »hip«
wurde.
Daß erotische Piercings bei Männern eine längere Tradition
und viele ihren Ursprung in exotischen Ländern haben, zeigt sich
schon an fremdartig klingenden Bezeichnungen wie »Apadravya«,
der - siehe oben - bereits im Kama Sutra erwähnt ist, »Prince
Albert« oder »Ampallang«. Letzerer ist ein traditionelles
Piercing in Borneo, wo Frauen seit jeher einen recht hohen familiären
Status haben. Verweigerte ein Mann seiner Gattin einen Ampallang als »Liebesspielzeug«,
konnte das durchaus ein Scheidungsgrund sein.
Schmuck für das weibliche Geschlecht dagegen ist meist ganz profan
nach der jeweiligen Körperstelle benannt, auch wenn sich inzwischen
kreative Namen wie »Christina« oder »Princess Albertina«
für einige neue Piercings durchgesetzt haben.
Wer sich heute, sei es aus Gründen der Ästhetik oder um das
sexuelle Empfinden zu steigern, Intimschmuck zulegen möchte, sollte
vor allem auf die Wahl des richtigen Piercers achten. In einem guten Studio
werden alle Fragen des Kunden geduldig und ausführlich beantwortet.
Ein Piercing ist zwar im Gegensatz zu einem Tattoo keine Entscheidung
fürs Leben, trotzdem kann ein unsachgemäßes Stechen viel
Ärger und Frust nach sich ziehen. Hat man das passende Studio gefunden
und werden die Anweisungen für die Nachsorge des Piercings auch über
Wochen und Monate strikt eingehalten, dann steht dem bestmöglichen
Ergebnis und viel Spaß mit dem glänzenden Metall eigentlich
nichts mehr im Weg.
Da die weiblichen Genitalien sehr unterschiedlich aussehen können,
ist nicht jedes Piercing für jede Frau geeignet. Eine ausführliche
Beratung in einem guten Studio ist in jedem Fall angebracht. Für
alle Genitalpiercings bei Frauen gilt, daß sie kurz nach der Periode
gestochen werden sollten, um ihnen eine möglichst lange Zeit ohne
Irritationen zu gönnen. Enge Hosen und Radfahren können in den
ersten Wochen der Heilung unangenehm sein.
Folgende Piercings sind bei entsprechender Anatomie möglich:
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Äußere Schamlippen
Für fast alle Frauen geeignet. Diese Piercings sind besonders beliebt,
wenn die Trägerin an ihren Ringen Gewichte, Schlösser oder anderes
»Spielzeug« befestigen möchte, da das Gewebe recht fest
und belastbar ist. Sie werden oft paarweise angebracht und sind im allgemeinen
mehr zur Zierde als zur Stimulation geeignet.
Heilungszeit: 3 - 5 Monate
Innere Schamlippen
Um hier Ringe anbringen zu können, sollten die inneren Schamlippen
im Stehen deutlich zwischen den äußeren hervorschauen. Die
inneren Lippen bestehen aus zartem Schleimhautgewebe, das rasch heilt
und sehr dehnbar ist. Daher kann hier in kurzer Zeit immer dickerer Schmuck
getragen werden.
Heilungszeit: 4 - 6 Wochen
Horizontales Vorhautpiercing
Vorhautpiercings bei Frauen sind stark anatomieabhängig. Für
einen horizontalen Ring sollte der »Steg«, der die Klitorisvorhaut
in Richtung Bauch verlängert, auch bei geschlossenen Beinen zu sehen
sein. Anderenfalls ist es wahrscheinlich, daß Schmuck an dieser
Stelle durch den Druck der äußeren Schamlippen verdreht wird
und schief verheilt oder herauswächst. Ein ovaler Ring kann dieses
Problem manchmal lösen. Dieses Piercing gehört zu den »Oho«-
Möglichkeiten für Frauen: Das Metall im Stichkanal kann besonders
bei dickeren Ringen den Klitorisschaft von oben stimulieren, der Ringdurchmesser
wird so gewählt, daß die Verschlußkugel auf der Klitoriseichel
zu liegen kommt.
Heilungszeit: 6 - 8 Wochen
Vertikales Vorhautpiercing
Hier wird die eigentliche Klitorisvorhaut vertikal durchstochen, um einen
Ring oder gebogenen Stift zu tragen. Geeignet ist dieses Piercing für
Frauen mit großer und loser Vorhaut, die man anheben und darunterschauen
kann. Da beim vertikalen Vorhautpiercing der Schmuck direkten Kontakt
zur Klitoriseichel hat, sollte es nur von Frauen gewählt werden,
die direkte Berührungen der Eichel als angenehm empfinden. Diese
werden dann aber in den meisten Fällen auch großes Vergnügen
an ihrem Ring haben.
Heilungszeit: 4 - 6 Wochen
Klitoris
Klitorispiercings sind nicht so verbreitet wie Piercings durch die Klitorisvorhaut.
Nur Frauen mit einer großen Klitoriseichel (ab 6mm Durchmesser)
und einer losen oder nicht vorhandenen Vorhaut sind gute Kandidatinnen
für einen Ring oder Stift an dieser Stelle. Ist die Eichel exponiert,
von Natur aus oder nach einer Beschneidung, ist ein horizontales oder
vertikales Piercing möglich. Ist die Klitoris bedeckt, so ist ein
vertikaler Stift geeigneter, da dieser weniger Irritationen durch Bewegung
der Vorhaut ausgesetzt ist.
Einige Frauen berichten von spontanen Orgasmen kurz nach dem Piercen.
Diese Übersensibilität läßt im allgemeinen mit der
Zeit wieder nach. Die Möglichkeit einer Nervenschädigung, besonders
bei einer (zu) kleinen Klitoris oder einem unerfahrenen Piercer kann nicht
ausgeschlossen werden.
Heilungszeit: 4 - 6 Wochen
Triangle
In Europa recht wenig verbreitet, daher ist es nicht einfach, einen erfahrenen
Piercer zu finden. Das Triangle ist ein horizontales Piercing durch das
Gewebe an der Hinterseite (nicht unterhalb) des Klitorisschaftes. Die
zu piercende Stelle kann als ein weiches Dreieck gespürt werden,
wenn man den Klitorisschaft bis dicht an das Schambein verfolgt und dort
leicht zusammendrückt. Außer einem Piercing gibt es keine Möglichkeit,
dieses empfindliche Gewebe effektiv zu stimulieren, daher kann hier ein
Ring oder Stift der Trägerin bisher unbekannte, sehr angenehme Gefühle
bereiten.
Leider ist auch dieses Piercing stark anatomieabhängig. Zwischen
zu großen äußeren Schamlippen wird der Schmuck, wie beim
horizontalen Vorhautpiercing, verdreht und verheilt schief oder wächst
heraus.
Heilungszeit: 4 - 6 Monate
Fourchette
Ein vertikales Piercing durch den hinteren Treffpunkt der inneren Schamlippen,
stark anatomieabhängig. Als Schmuck wird ein Ring oder ein gebogener
Stift eingesezt. Dieses Piercing ist ungeeignet für Frauen, die regelmäßig
vaginalen Geschlechtsverkehr haben, da der Schmuck dabei in die Vagina
gezogen und das zarte Gewebe schmerzhaft belastet werden kann.
Heilungszeit: 4 - 6 Wochen
Christina/Pubic
Ein vertikales Piercing am vorderen Teffpunkt der äußeren
Schamlippen. Die Stelle sollte nur gepierct werden, wenn ein möglichst
tiefes »Grübchen« vorhanden ist. Das ist meist bei großen
und alles bedeckenden äußeren Schamlippen der Fall. Da der
Stichkanal verhältnismäßig lang ist und das Grübchen
bei vielen Bewegungen seine Form ändert oder flacher wird, braucht
das Piercing lange zum Heilen und der Schmuck verändert oft seine
Position oder wächst heraus. Die Situation ist vergleichbar mit dem
beliebten, aber oft problematisch verheilenden Bauchnabelpiercing.
Heilungszeit: 4 - 6 Monate
Prinzessin Albertina
Die kleine Schwester des Prince Albert wird vertikal durch die Haut zwischen
Harnröhre und Vagina gestochen. Im Gegensatz zu vielen Männern
empfinden aber sehr wenige Frauen eine Stimulation ihrer Harnröhre
als angenehm. Da diese bei Frauen auch wesentlich kürzer ist, kann
eine Infektion des Piercings schnell zu einer Blasenentzündung und
erheblichen Komplikationen führen. Dieses Piercing ist kaum verbreitet
und nur in seltensten Fällen zu empfehlen.
Schmuck für Körperpiercings
Eine Faustregel besagt, daß ein Ring oder Stecker umso dicker sein
sollte, je mehr mechanischer Belastung das Piercing ausgesetzt ist. Wer
schon mal an einem konventionellen Ohrring ein bißchen fester gezogen
hat, weiß, wie leicht ein dünner Draht schmerzhaft in die Haut
einschneidet. Schmuck im Genitalbereich oder in den Brustwarzen wird,
so der Träger oder die Trägerin nicht vorhat, ins Kloster zu
gehen, nicht lange in Ruhe gelassen werden. Deshalb sollte die Drahtstärke
des Erstlingsrings keinesfalls dünner als 1,6 mm sein. Zu dicker
Schmuck kann andererseits in der Anfangszeit durch sein bloßes Gewicht
heilungsverzögernd wirken. In vielen Fällen sind 2 mm angebracht.
Die meisten Genitalpiercings lassen sich nach der Heilung problemlos dehnen,
um Schritt für Schritt immer dickeren Schmuck aufzunehmen.
Und wann darf ich wieder ?
Einem neuen Piercing im Genitalbereich sollten zunächst zwei bis
drei Wochen Ruhe gegönnt werden. Vorsichtiger Handbetrieb ist oft
schon früher möglich, danach sollte der Stichkanal allerdings
gereinigt und desinfiziert werden. Bis das Piercing vollständig verheilt
ist, wird die Benutzung eines Kondoms oder Dental Dams empfohlen, um die
Wunde nicht durch fremde Körperflüssigkeiten zu irritieren.
Das Piercing sollte vor und nach dem Verkehr gereinigt werden. Davor,
um Verkrustungen zu entfernen, die bei einem unkontrollierten Drehen des
Rings den Stichkanal verletzen können, danach, um eigene Körperflüssigkeiten,
Gleitmittel, etc. aus der Wunde zu entfernen.
Wer nicht monogam lebt, sollte daran denken, daß ein frisches Piercing
eine offene Wunde ist und damit beim ungeschützen Verkehr eine Ansteckung
mit AIDS oder anderen Krankheiten geradezu herausfordert. Bei vollständig
verheilten Piercings ist das Risiko nicht mehr erhöht.
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In etlichen Kulturen gehört
Körperschmuck im Intimbereich nach wie vor zum traditionellen Erbe.
In »zivilisierten« Kulturen waren solche »barbarischen
Praktiken« zwar jahrhundertelang ein Tabu. Dennoch gab es immer wieder
heimlich getragene Ringe, lange bevor Piercing in unserer Zeit wieder »hip«
wurde.
Daß erotische Piercings bei Männern eine längere Tradition
und viele ihren Ursprung in exotischen Ländern haben, zeigt sich
schon an fremdartig klingenden Bezeichnungen wie »Apadravya«,
der - siehe oben - bereits im Kama Sutra erwähnt ist, »Prince
Albert« oder »Ampallang«. Letzerer ist ein traditionelles
Piercing in Borneo, wo Frauen seit jeher einen recht hohen familiären
Status haben. Verweigerte ein Mann seiner Gattin einen Ampallang als »Liebesspielzeug«,
konnte das durchaus ein Scheidungsgrund sein.
Schmuck für das weibliche Geschlecht dagegen ist meist ganz profan
nach der jeweiligen Körperstelle benannt, auch wenn sich inzwischen
kreative Namen wie »Christina« oder »Princess Albertina«
für einige neue Piercings durchgesetzt haben.
Wer sich heute, sei es aus Gründen der Ästhetik oder um das
sexuelle Empfinden zu steigern, Intimschmuck zulegen möchte, sollte
vor allem auf die Wahl des richtigen Piercers achten. In einem guten Studio
werden alle Fragen des Kunden geduldig und ausführlich beantwortet.
Ein Piercing ist zwar im Gegensatz zu einem Tattoo keine Entscheidung
fürs Leben, trotzdem kann ein unsachgemäßes Stechen viel
Ärger und Frust nach sich ziehen. Hat man das passende Studio gefunden
und werden die Anweisungen für die Nachsorge des Piercings auch über
Wochen und Monate strikt eingehalten, dann steht dem bestmöglichen
Ergebnis und viel Spaß mit dem glänzenden Metall eigentlich
nichts mehr im Weg.
Da die weiblichen Genitalien sehr unterschiedlich aussehen können,
ist nicht jedes Piercing für jede Frau geeignet. Eine ausführliche
Beratung in einem guten Studio ist in jedem Fall angebracht. Für
alle Genitalpiercings bei Frauen gilt, daß sie kurz nach der Periode
gestochen werden sollten, um ihnen eine möglichst lange Zeit ohne
Irritationen zu gönnen. Enge Hosen und Radfahren können in den
ersten Wochen der Heilung unangenehm sein.
Folgende Piercings sind bei entsprechender Anatomie möglich:
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Äußere Schamlippen
Für fast alle Frauen geeignet. Diese Piercings sind besonders beliebt,
wenn die Trägerin an ihren Ringen Gewichte, Schlösser oder anderes
»Spielzeug« befestigen möchte, da das Gewebe recht fest
und belastbar ist. Sie werden oft paarweise angebracht und sind im allgemeinen
mehr zur Zierde als zur Stimulation geeignet.
Heilungszeit: 3 - 5 Monate
Innere Schamlippen
Um hier Ringe anbringen zu können, sollten die inneren Schamlippen
im Stehen deutlich zwischen den äußeren hervorschauen. Die
inneren Lippen bestehen aus zartem Schleimhautgewebe, das rasch heilt
und sehr dehnbar ist. Daher kann hier in kurzer Zeit immer dickerer Schmuck
getragen werden.
Heilungszeit: 4 - 6 Wochen
Horizontales Vorhautpiercing
Vorhautpiercings bei Frauen sind stark anatomieabhängig. Für
einen horizontalen Ring sollte der »Steg«, der die Klitorisvorhaut
in Richtung Bauch verlängert, auch bei geschlossenen Beinen zu sehen
sein. Anderenfalls ist es wahrscheinlich, daß Schmuck an dieser
Stelle durch den Druck der äußeren Schamlippen verdreht wird
und schief verheilt oder herauswächst. Ein ovaler Ring kann dieses
Problem manchmal lösen. Dieses Piercing gehört zu den »Oho«-
Möglichkeiten für Frauen: Das Metall im Stichkanal kann besonders
bei dickeren Ringen den Klitorisschaft von oben stimulieren, der Ringdurchmesser
wird so gewählt, daß die Verschlußkugel auf der Klitoriseichel
zu liegen kommt.
Heilungszeit: 6 - 8 Wochen
Vertikales Vorhautpiercing
Hier wird die eigentliche Klitorisvorhaut vertikal durchstochen, um einen
Ring oder gebogenen Stift zu tragen. Geeignet ist dieses Piercing für
Frauen mit großer und loser Vorhaut, die man anheben und darunterschauen
kann. Da beim vertikalen Vorhautpiercing der Schmuck direkten Kontakt
zur Klitoriseichel hat, sollte es nur von Frauen gewählt werden,
die direkte Berührungen der Eichel als angenehm empfinden. Diese
werden dann aber in den meisten Fällen auch großes Vergnügen
an ihrem Ring haben.
Heilungszeit: 4 - 6 Wochen
Klitoris
Klitorispiercings sind nicht so verbreitet wie Piercings durch die Klitorisvorhaut.
Nur Frauen mit einer großen Klitoriseichel (ab 6mm Durchmesser)
und einer losen oder nicht vorhandenen Vorhaut sind gute Kandidatinnen
für einen Ring oder Stift an dieser Stelle. Ist die Eichel exponiert,
von Natur aus oder nach einer Beschneidung, ist ein horizontales oder
vertikales Piercing möglich. Ist die Klitoris bedeckt, so ist ein
vertikaler Stift geeigneter, da dieser weniger Irritationen durch Bewegung
der Vorhaut ausgesetzt ist.
Einige Frauen berichten von spontanen Orgasmen kurz nach dem Piercen.
Diese Übersensibilität läßt im allgemeinen mit der
Zeit wieder nach. Die Möglichkeit einer Nervenschädigung, besonders
bei einer (zu) kleinen Klitoris oder einem unerfahrenen Piercer kann nicht
ausgeschlossen werden.
Heilungszeit: 4 - 6 Wochen
Triangle
In Europa recht wenig verbreitet, daher ist es nicht einfach, einen erfahrenen
Piercer zu finden. Das Triangle ist ein horizontales Piercing durch das
Gewebe an der Hinterseite (nicht unterhalb) des Klitorisschaftes. Die
zu piercende Stelle kann als ein weiches Dreieck gespürt werden,
wenn man den Klitorisschaft bis dicht an das Schambein verfolgt und dort
leicht zusammendrückt. Außer einem Piercing gibt es keine Möglichkeit,
dieses empfindliche Gewebe effektiv zu stimulieren, daher kann hier ein
Ring oder Stift der Trägerin bisher unbekannte, sehr angenehme Gefühle
bereiten.
Leider ist auch dieses Piercing stark anatomieabhängig. Zwischen
zu großen äußeren Schamlippen wird der Schmuck, wie beim
horizontalen Vorhautpiercing, verdreht und verheilt schief oder wächst
heraus.
Heilungszeit: 4 - 6 Monate
Fourchette
Ein vertikales Piercing durch den hinteren Treffpunkt der inneren Schamlippen,
stark anatomieabhängig. Als Schmuck wird ein Ring oder ein gebogener
Stift eingesezt. Dieses Piercing ist ungeeignet für Frauen, die regelmäßig
vaginalen Geschlechtsverkehr haben, da der Schmuck dabei in die Vagina
gezogen und das zarte Gewebe schmerzhaft belastet werden kann.
Heilungszeit: 4 - 6 Wochen
Christina/Pubic
Ein vertikales Piercing am vorderen Teffpunkt der äußeren
Schamlippen. Die Stelle sollte nur gepierct werden, wenn ein möglichst
tiefes »Grübchen« vorhanden ist. Das ist meist bei großen
und alles bedeckenden äußeren Schamlippen der Fall. Da der
Stichkanal verhältnismäßig lang ist und das Grübchen
bei vielen Bewegungen seine Form ändert oder flacher wird, braucht
das Piercing lange zum Heilen und der Schmuck verändert oft seine
Position oder wächst heraus. Die Situation ist vergleichbar mit dem
beliebten, aber oft problematisch verheilenden Bauchnabelpiercing.
Heilungszeit: 4 - 6 Monate
Prinzessin Albertina
Die kleine Schwester des Prince Albert wird vertikal durch die Haut zwischen
Harnröhre und Vagina gestochen. Im Gegensatz zu vielen Männern
empfinden aber sehr wenige Frauen eine Stimulation ihrer Harnröhre
als angenehm. Da diese bei Frauen auch wesentlich kürzer ist, kann
eine Infektion des Piercings schnell zu einer Blasenentzündung und
erheblichen Komplikationen führen. Dieses Piercing ist kaum verbreitet
und nur in seltensten Fällen zu empfehlen.
Schmuck für Körperpiercings
Eine Faustregel besagt, daß ein Ring oder Stecker umso dicker sein
sollte, je mehr mechanischer Belastung das Piercing ausgesetzt ist. Wer
schon mal an einem konventionellen Ohrring ein bißchen fester gezogen
hat, weiß, wie leicht ein dünner Draht schmerzhaft in die Haut
einschneidet. Schmuck im Genitalbereich oder in den Brustwarzen wird,
so der Träger oder die Trägerin nicht vorhat, ins Kloster zu
gehen, nicht lange in Ruhe gelassen werden. Deshalb sollte die Drahtstärke
des Erstlingsrings keinesfalls dünner als 1,6 mm sein. Zu dicker
Schmuck kann andererseits in der Anfangszeit durch sein bloßes Gewicht
heilungsverzögernd wirken. In vielen Fällen sind 2 mm angebracht.
Die meisten Genitalpiercings lassen sich nach der Heilung problemlos dehnen,
um Schritt für Schritt immer dickeren Schmuck aufzunehmen.
Und wann darf ich wieder ?
Einem neuen Piercing im Genitalbereich sollten zunächst zwei bis
drei Wochen Ruhe gegönnt werden. Vorsichtiger Handbetrieb ist oft
schon früher möglich, danach sollte der Stichkanal allerdings
gereinigt und desinfiziert werden. Bis das Piercing vollständig verheilt
ist, wird die Benutzung eines Kondoms oder Dental Dams empfohlen, um die
Wunde nicht durch fremde Körperflüssigkeiten zu irritieren.
Das Piercing sollte vor und nach dem Verkehr gereinigt werden. Davor,
um Verkrustungen zu entfernen, die bei einem unkontrollierten Drehen des
Rings den Stichkanal verletzen können, danach, um eigene Körperflüssigkeiten,
Gleitmittel, etc. aus der Wunde zu entfernen.
Wer nicht monogam lebt, sollte daran denken, daß ein frisches Piercing
eine offene Wunde ist und damit beim ungeschützen Verkehr eine Ansteckung
mit AIDS oder anderen Krankheiten geradezu herausfordert. Bei vollständig
verheilten Piercings ist das Risiko nicht mehr erhöht.
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Intimpiercings
für Männer |
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In der letzten Ausgabe haben wir
Intimpiercings für Frauen vorgestellt; diesmal geht es um die Männer.
Beim »starken Geschlecht« sind die anatomischen Unterschiede
nicht so groß wie bei Frauen. Daher ist bei fast jedem Mann jedes
Piercing möglich, mit Ausnahme der Dydoes, die nur beschnittene Männer
ohne Probleme tragen können.
Frenum
Ein Piercing etwas unterhalb des Vorhautbändchens (Frenum) in Richtung
Penisschaft, da das Bändchen selbst meist so dünn ist, daß
ein Ausreißen des Lochs zu befürchten ist. Das Durchstechen
der dünnen weichen Haut ist leicht vorzunehmen und wenig schmerzhaft.
Bei beschnittenen Männern wird im allgemeinen ein Stift, bei unbeschnittenen
Männern ein Ring eingesetzt. Es können auch mehrere Piercings
entlang der Unterseite des Penis angebracht werden (Frenum Ladder), wobei
die Wahrscheinlichkeit für ein Herauswachsen des Schmucks mit der
Entfernung vom eigentlichen Frenum steigt.
Es ist auch möglich, vom Frenum aus einen Ring um die Eichel zu
klappen, was die Erektion beschleunigen soll.
Der Frenumschmuck soll angeblich das bei Frauen beliebteste Piercing
der männlichen Genitalien sein.
Heilungszeit: 4 - 6 Wochen
Hafada
Hafadas werden alle Ringe im Bereich des Hodensacks genannt. Üblicherweise
werden sie entlang der »Naht« sowie an den Seiten des Hodensacks
angebracht und sind reine »Schmuckpiercings« ohne nennenswerten
sensorischen Reiz. Hafadas sind Oberflächenpiercings, d.h. sie gehen
lediglich durch die Haut. Als solche haben sie, wie alle Oberflächenpiercings,
eine hohe Wahrscheinlichkeit herauszuwachsen. Sticht man durch Hautfalten,
die die meiste Zeit hervorstehen, ist die Chance einer problemlosen Heilung
größer.
Heilungszeit: 3 - 5 Monate
Guiche
Dieses Piercing gilt als sehr stimulierend. Es wird horizontal durch
die »Naht« am hinteren Ende des Hodensacks gestochen. Die
richtige Plazierung ist meist ein Kompromiß zwischen der empfindlichsten
Stelle in diesem Bereich und der Tatsache, daß der Guiche umso besser
verheilt, je näher er am Hodensack angebracht ist. Männer, die
viel sitzen oder radfahren, haben oft größere Probleme während
der Heilung.
Heilungszeit: 4 - 6 Monate
Bauchdeckenring oder Pubic
Horizontal am oberen Penisansatz gestochen ist der Bauchdeckenring ein
echtes Oberflächenpiercing, das während der Heilung nicht mechanisch
gereizt werden darf und leicht herauswächst. Es sollte wirklich möglichst
knapp über dem Penisansatz gestochen werden, da sich ansonsten die
Heildauer verlängert. Als Schmuck werden Ringe oder Kugelstifte getragen.
Heilungszeit: 4 - 6 Monate
Dydoes
Meist paarweise angebrachte Piercings durch den Eichelkranz. Dydoes werden
mit kurzen Stiften getragen und sollen bei beschnittenen Männern
die verloren gegangene Empfindlichkeit der Eichel wieder verbessern. Für
unbeschnittene Männer oder für die, bei denen der Eichelkranz
zu flach ausgebildet ist, sind diese Piercings nicht geeignet.
Heilungszeit: 3 - 6 Monate
Ampallang
Ein horizontales Piercing durch die Eichel, in das ein gerader Stift
eingesetzt wird. Die Länge des Stichkanals und damit des Schmucks
sollte im eregierten Zustand vermessen werden um spätere Druckstellen
zu vermeiden. Es kann durch die Harnröhre gestochen werden, das sind
dann eigentlich zwei Piercings, oder daran vorbei. Die erste Methode ist
verbreiteter. Wie auch der Apadravya ist der Ampallang beim Verkehr besonders
reizvoll für die Partnerin.
Heilungszeit: 6 - 10 Monate, oft länger.
Prince Albert
Ein sehr beliebtes Piercing, bei dem der Ring in die Harnröhre ein-
und durch ein Loch neben dem Vorhautbändchen wieder austritt. Bei
einer Vorhautverengung sollte diese vorher unbedingt behandelt werden,
da sonst eine ausreichende Reinigung und Desinfektion des Stichkanals
während der Heilung nicht möglich ist. Bei der Wahl des Schmucks
sollte man darauf achten, daß die Verschlußkugel groß
genug ist, um nicht in die Harnröhre zu rutschen und der Ringdurchmesser
nicht zu klein, damit die Eichel nicht eingeschnürt wird. Ein ständiger
Druck durch zu kleinen Schmuck kann zu einer Eichelteilung führen,
die, falls nicht erwünscht, nur durch einen chirurgischen Eingriff
wieder behoben werden kann.Außerdem sollte man sich bewußt
sein, daß der Ring den Urinstrahl ablenkt und man so im Stehen oft
erst mit viel Übung keine nassen Füße bekommt. Der PA
kann, wie alle Piercings durch die Eichel, in den ersten Tagen stark bluten.
Bekannt ist auch der umgekehrte Prince Albert, der sich vom normalen PA
durch die Stichrichtung, vom Vorhautbändchen zur Harnröhrenöffnung,
unterscheidet.
Heilungszeit: 6 - 8 Wochen
Apadravya
Beim Apadravya handelt es sich um ein altbekanntes Piercing, das im Kama
Sutra unter den Aphrodisiaka genannt wird. Es wurde allen Männern
empfohlen, die nicht mehr die Jüngsten waren oder die nur langsam
in den Erregungszustand kamen.
Gestochen wird vertikal durch die Eichel, meistens zwischen dem Ansatz
des Vorhautbändchens und der Eicheloberseite, manchmal auch hinter
der Eichel. Oft ist der Apadravya eine Erweiterung eines Prince Albert,
d.h. als Stichkanal kann der Eingang des PA genutzt werden. Das Piercing
ist wie der PA eine recht blutige Angelegenheit und sehr schwierig durchzuführen.
Es erfordert unbedingt einen sehr erfahrenen Piercer.
Heilungszeit: 6 - 10 Monate, kürzer, wenn bereits ein verheilter
PA vorhanden ist.
Vorhautpiercing
Vorhautpiercings sollen schon bei den alten Römern ausgeübt
worden sein. Sklaven, Schaustellern und Athleten wurde durch einen Ring
die Vorhaut zusammengesteckt, um sie zur Keuschheit zu zwingen. In Birma
war der sogenannte »Oetang« bekannt, der ebenfalls aus Keuschheitsgründen
genutzt wurde. Ein Ring durch mehrere Piercings oder ein kleines Schloß
dient auch heute gelegentlich als eine Art Keuschheitsgürtel für
Männer. Vorhautpiercings - nicht zum Zusammenstecken genutzt - können
allerdings auch sehr stimulierend wirken, da der Schmuck während
sexueller Aktivitäten an der Eichel reibt. Da nur die Vorhaut durchstochen
wird, ist es eine schonende Piercingart. Als Schmuck wird während
der Abheilungsphase ein Ring, dananch eventuell ein Stift empfohlen.
Heilungszeit: 6 - 8 Wochen
Tips und Hinweise
Was für »Sie« gilt, gilt auch für »Ihn«:
Nach dem Piercen sind zwei bis drei Wochen Enthaltsamkeit geboten. Auch
nach dieser Zeit sollte das Piercing vor und nach dem Verkehr gereinigt
werden. Überhaupt erfordert Intimschmuck sowohl beim Piercen selbst
als auch bei der Pflege danach strikte Hygiene. Der Schmuck sollte täglich
gereinigt werden, am besten mit einer aseptischen Lösung. Auch für
das verwendete Material gilt das gleiche wie bei den Frauen: Der Erstlingsschmuck
sollte nicht dünner als 1,6 mm, aber auch nicht zu dick sein. Dehnen
kann man nach der Abheilzeit
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Brustwarzen-Piercing
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Für beide Geschlechter schon
lange bekannt sind die Brustwarzenringe, optisch auffallend und meistens
auch sensorisch ein Gewinn für den Träger oder die Trägerin.
Angeblich sollen bereits Soldaten im alten Rom sie getragen und daran ihre
kurzen Umhänge befestigt haben. Wer schon einmal eine Weile mit Gewichten
an den Brustwarzen herumgelaufen ist, wird allerdings wissen, daß
das nicht lange ein angenehmes Gefühl ist. Plausibler scheint, daß
zumindest die Ringe zum Befestigen von Kleidung an der entsprechenden Stelle
eines anatomisch richtig geformten Brustpanzers befestigt waren.
Eine Renaissance in unserer Kultur erlebten die »Busenringe«
im späten 19. Jahrhundert. Der Historiker Eduard Fuchs berichtet
in seiner »Illustrierten Sittengeschichte« von einem »Piercing-Wahn«
unter den modebewußte Frauen der englischen Oberschicht und Halbwelt:
Viele trugen damals schmückende Ketten von Brust zu Brust, um ihren
Busen zu betonen und wegen des Wachstums, das die Brustwarzen durch das
Tragen von Ringen erfahren.
Auch heute gibt es weit mehr als einfache Stahl- oder Goldringe, um sich
an dieser Stelle zu schmücken - wenn das Piercing erst einmal verheilt
ist. Einige Goldschmiede haben sich auf speziellen Brustschmuck spezialisiert
und entwerfen tragbare Stücke für jeden Geschmack. Von schlichten
Anhängern bis zu juwelenbesetzen Blütenzweigen, stählernen
»Nipple-Disks« (eine Scheibe mit Loch, die über die Brustwarze
gezogen und mit einem Ring oder Stecker gehalten wird) oder zarten Brustschilden
ist vieles machbar. Leider gilt auch hier, daß schöne Dinge
teuer sind, und der »Sex-Zuschlag« beim einen oder anderen
Hersteller ist nicht zu übersehen.
Die Brustwarzen können vertikal oder horizontal oder diagonal durchstochen
werden. Vertikale Piercings verschieben sich manchmal ein wenig, so daß
sie diagonal werden. Für vertikale Piercings wählt man im allgemeinen
einen Stift (Barbell), für horizontale einen Stift oder Ring. Besonders
Frauen mit großen Brüsten und »BH-Zwang« tragen
gerne gerade Stifte, da das Piercing so vom Druck der Kleidung weniger
leicht irritiert wird.
Der Piercer wählt für den Ersteinsatz bei einem Brustpiercing
einen vergleichsweise dicken Ring oder Stift. Zu dünner Schmuck kann
Probleme während des Heilungsprozesses verursachen. Bei der Länge
muß er darauf achten, daß die Brustwarze unter Umständen
anschwillt und ihre Form und Größe sich bei Temperaturschwankungen
verändert.
Bei Frauen mit gut entwickelten Brustwarzen wird im allgemeinen direkt
der Ansatz der Warze durchstochen, bei Männern, bei denen die Brustwarze
klein und flach ist, muß oft durch den Warzenvorhof gepierct werden.
Auch bei Frauen mit Schlupfwarzen wird nicht die Brustwarze selber, sondern
durch den Warzenvorhof gestochen. Da letzeres faktisch ein Oberflächenpiercing
ist (wie beispielsweise der Augenbrauenring auch), ist die Gefahr bei
diesen Personen größer, daß der Ring während des
Heilens herauswächst. Ein erneutes Stechen hinter dem Narbengewebe
ist dann meistens erfolgreicher.
Wer sich nur eine Brustwarze piercen lassen möchte, sollte bedenken,
daß diese in den meisten Fällen anschwellen und wachsen wird.
Auch nach dem Entfernen des Schmucks bleibt eine Asymmetrie sichtbar.
Oft kommt die Frage von Frauen, ob Brustwarzenringe mit späterem
Stillen vereinbar sind. Im Normalfall wird es damit keine Probleme geben,
denn beim korrekten Stechen werden nur wenige der zahlreichen Milchkanäle
zerstört. Frau sollte die Ringe etwa im sechsten Monat der Schwangerschaft
jedoch herausnehmen und etwa drei Monate nach der Abstillzeit wieder einsetzen.
Möglicherweise sind dann die Stichkanäle zugewachsen, so daß
ein neues Piercing nötig wird. Bei gut verheilten Piercings schrumpft
der Stichkanal aber oft auch nur, so daß er nach dem Abstillen wieder
vorsichtig gedehnt werden kann (das sollte dann aber im Studio mit passendem
Werkzeug geschehen).
Manche Frauen, denen der Ring nicht unangenehm ist, behalten ihren Schmuck
auch während der Stillzeit an oder nehmen ihn nur für den Stillvorgang
jeweils heraus. Die passende Alternative muß jede Frau individuell
für sich herausfinden.
Nippel-Piercings verheilen nur sehr langsam. Die Heilungszeit beträgt
6 - 12 Monate, manchmal sogar noch mehr. Zur Pflege sollte keine Fettcreme
verwendet werden und der Ring muß mit einem Hautdesinfektionsmittel
saubergehalten werden. Zu enge Kleidung, die auf die frischgepiercte Stelle
drückt, vermeidet man besser.
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Labret-Piercing |
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Das Labret ist eine Abwandlung der
Holzpflöcke und Tellerlippen, die von einigen Naturvölkern als
Schmuck getragen wurden. Viele dieser Körperverzierungen definieren
die gesellschaftliche Position innerhalb eines Stammes wie beispielsweise
bei den Eskimos. Bei Frauen galten die Verzierungen auch als Mittel zur
Verschönerung und wurden sehr geschätzt.
Das Labret läßt sich an verschiedenen Stellen um den Lippenbereich
einsetzen, die bevorzugt gewählte Stelle jedoch ist der Mittelpunkt
unterhalb der Lippe. Weitere Plazierungsmöglichkeiten sind die seitlichen
Bereiche. Als Schmuck verwendet man meist einen Stecker mit Kugel und
Platte. Diese Variation bietet durch die abnehmbare Kugel die Möglichkeit,
mit unterschiedlichen Aufsätzen das Aussehen zu verändern.
Eine weitere Variante stellt der Ring als Schmuckeinsatz in der Lippe
dar. Dieser sitzt jedoch nicht direkt auf der Haut, wie es bei dem Stecker
der Fall ist, was sich nachteilig auf den Tragekomfort auswirken kann.
So erweist sich dieses Piercing als nicht sehr alltagstauglich: Man kann
damit an Gegenständen hängenbleiben, außerdem stört
es beim Essen - oder Küssen.
Nachdem Piercer und Kunde sich auf ein Schmuckstück geeinigt haben,
wird die in Betracht zu ziehende Lippenpartie ausgewählt. Dabei ist
darauf zu achten, daß der Rand der unteren Zahnreihe nicht zu weit
in den Lippenbereich hineinsteht. Diese anatomische Gegebenheit würde
durch die Reibung zwischen Schmuck und Zahnpartie eine Rückbildung
des Zahnfleisches zur Folge haben, was sogar zum Verlust der gefährdeten
Zähne führen kann. In solch einem Fall ist dem Kunden dringend
von diesem Piercing. Ist eine Stelle gefunden, wird diese mit einem Lokalanästhetikum
eingerieben, welches eine kurze Einwirkzeit hat. In dieser Zeitspanne
wird die Außenhaut mit einem Desinfektionsmittel gereinigt. Der
Mundraum sollte nach der Einwirkzeit dann mit einem Mundwasser gespült
werden, um die Reste des Betäubungsmittels und andere Verunreinigungen
im inneren Bereich zu entfernen.
Die zum Einsatz benötigten Instrumente werden vorbereitet, wobei
darauf zu achten ist, daß nur sterile Materialien mit der Haut in
Kontakt treten. Bei leicht geöffnetem Mund wird nun zuerst die zu
durchstechende Lippenpartie mit der Zange fixiert und schließlich
durch deren Öffnung durchgestochen. Dabei verspürt der Kunde
einen leichten Schmerz, der aber nur von sehr kurzer Dauer ist. Nach dem
Entfernen der Nadel wird durch den verbleibenden Schlauch der Erst-Schmuck
eingesetzt, welcher allerdings nur während der Abheilphase getragen
wird. Um Druckstellen an der Innenseite der anschwellenden Lippe zu vermeiden,
wird ein Stecker mit ca. 1 bis 2 mm Überlänge eingesetzt. Das
ist wichtig, denn zieht sich ein Stecker oder Ring erst einmal in die
Schleimhäute hinein, kann das sehr schmerzhaft werden. Die Pflege
bildet den wichtigsten Bestandteil nach dem Einsetzen, da nur so eine
optimale Abheilung gewährleistet wird. Auch sollte man in den ersten
drei Stunden auf die geliebten Zigaretten verzichten, da sich Nikotin
nachteilig auf die Wundheilung auswirkt.
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Bauchnabelpiercing |
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Der Bauchnabel bietet eine Vielzahl
von Möglichkeiten zur Plazierung von Piercingschmuck. So wurden Piercings
quer durch den Nabel, ober- und unterhalb des Nabels und verschiedenste
andere Variationen entwickelt.
Nabel ist aber nicht gleich Nabel, und je nach individueller Ausprägung
eignet sich ein Nabel mehr oder weniger zum Piercen. Oft ist der Nabel
nicht so tief, der Bauchansatz etwas kräftiger oder der Nabel an
sich nicht symmetrisch in der Form. An dieser Stelle ist es die Aufgabe
des Piercers, je nach Nabel für den Kunden die beste Lösung
zu finden und zu entscheiden, welche Plazierung den höchsten Tragekomfort
bietet.
Ist der Nabel zu tief, sollte der Schmuck nicht bis in den Boden des Nabels
eingesetzt werden, da dies einen zu langen und zu tiefen Stichkanal bedeuten
würde. Die Folge daraus wäre eine überlange Abheilzeit
oder aber eine Verheilung ist erst gar nicht möglich. Oftmals ist
ein späteres Tragen eines Glitzersteines nicht mehr möglich,
da dieser in dem zu tief gepiercten Nabel verschwindet.
Wenn am Nabel zu wenig Haut vorhanden ist, kann die Spannung im Gewebe
so groß sein, daß das Piercing schon während der Verheilung
wandert und aus der Haut austritt.
Der andere Fall mit zu viel Gewebe am Nabel bedeutet einen ständigen
Druck auf die frisch gepiercte Stelle, so daß die Wunde kaum verheilen
kann, da die Belastung durch die ständige Reizung zu groß ist.
Sollten die anatomischen Voraussetzungen zu ungünstig sein, solltet
ihr besser den Rat eures Piercers beherzigen und auf das Piercing verzichten.
Wenn ihr einen piercinggeigneten Nabel habt, kann der Einsatz beginnen.
Der nun beschriebene Piercingvorgang bezieht sich auf das normale senkrechte
Nabelpiercing am oberen Nabelrand. Zuerst wird die Haut an der zu piercenden
Stelle desinfiziert. Nun wird mittels eines hautverträglichen Markierungsstiftes
die zu piercende Stelle am oberen Rand des Bauchnabels im Stehen angezeichnet.
Der innen liegende Punkt sollte in derselben Senkrechten liegen wie der
oberhalb markierte Punkt, damit das Piercing nicht schräg eingesetzt
wird.
Der Kunde sollte sich hinlegen, da dies das Einsetzen für den Piercer
vereinfacht und möglichen Kreislaufproblemen entgegenwirkt.
Der Piercer wird nun die zum Einsatz benötigten Instrumente vorbereiten,
wobei er darauf achten wird, daß nur sterile Materialien mit der
Haut in Kontakt treten. Dies ist wie auch bei all den anderen Piercings
als selbstverständlich zu betrachten.
Die Haut wird nun mittels einer Piercingzange oder Klemme fixiert und
ein wenig angehoben. Durch die Öffnung der Zange wird die Haut anschließend
durchstochen. Dabei verspürt der Kunde einen leichten Schmerz, der
aber nur von sehr kurzer Dauer ist. Nach dem Entfernen der Nadel wird
durch den verbleibenden Schlauch der Schmuck eingesetzt. Nach dem Einsatz
des Schmuckstücks wird die Stelle mit einem sterilen Pflaster abgeklebt,
um in den nächsten Stunden Verunreinigungen der Wunde zu vermeiden.
Bezüglich der Pflege des Piercings bis zur Abheilung kann man nur
sagen: Viele Wege führen nach Rom! Laßt euch am Besten von
eurem Piercer die Pflegemaßnahmen erläutern, mit denen er die
besten Erfahrungen gemacht hat.
Bei Problemen während der Abheilung bitte nicht selbst an der Wunde
herumexperimentieren, sondern in das Piercingstudio gehen, welches den
Schmuck eingesetzt hat, um abzuklären, ob eventuell Pflegefehler
die Ursache sein können, und um weitere Schritte zu besprechen.
Die Abheilzeit bei diesem Piercing ist sehr schwer vorauszusagen, da sie
unter anderem auch abhängig von der Belastung im Alltag ist. Bei
Menschen, die den ganzen Tag sitzen und somit ständig Druck auf die
Wunde ausüben, wird die Heilung langwieriger sein als bei denen,
die die Wunde belastungsfrei halten. Reibt ein Hosenbund ständig
auf der frischen Wunde, wirkt sich dies auch nicht gerade Vorteilhaft
aus.
Im Endeffekt tragt ihr selbst aber den größten Teil zur Pflege
bei und solltet euch auch Gedanken darüber machen, daß ein
Piercing ein Eingriff in den Körper darstellt und die entsprechen
Pflege zur Verheilung einfach unumgänglich ist.
Für ein abgeheiltes Nabelpiercing gibt es dann die verschiedensten
Schmuckvariationen, welche ihr euch einsetzen lassen könnt, damit
ihr eurem Nabel das gewisse Etwas geben könnt.
Ein glitzernder Nabel im funkelnden Licht der Disco kann schon ein sehr
erotischer Augenschmaus sein.
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Die Wundheilung |
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Die Haut an sich ist als komplexe
Einheit und Bestandteil des menschlichen Körper zu betrachten. Sie
ist mit ca. 2 m2 Fläche das größte Organ des Körpers
und übernimmt sehr viele Funktionen. Das ganze Gebilde Haut besteht
aus drei Schichten: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut.
Beim Einsetzen eines Piercings werden alle drei Hautschichten durchdrungen
und die Funktion der Haut wird an dieser Stelle durch die Verletzung unterbrochen
bzw. gestört. Durch diese Verletzung der Haut können Mikroorganismen
in die Wunde gelangen. Die sterile Arbeitsweise in einem Piercingstudio
schützt den Kunden nur vor einer sofortigen Verunreinigung der Wunde
während des Einsatzes des Piercings. Die alltäglichen Belastungen
des frischen Piercings hingegen durch Schweiß, Schmutz der Kleidung
oder dauerndes Herumfummeln an der Wunde lassen Bakterien aller Arten
in den verletzten Hautbereich gelangen. Der Körper reagiert auf derlei
Veränderungen seiner äußeren Schutzschicht mit vier wichtigen
Symptomen:
Eine leichte Rötung der verletzten Haut sowie eine Schwellung. Die
Wunde beginnt außerdem in den meisten Fällen auch leicht zu
schmerzen und es entsteht eine geringe Erwärmung des verletzten Hautbereichs.
Dies jedoch ist kein Grund, in Panik auszubrechen, der Körper beginnt
lediglich mit der Bildung seiner eigenen Abwehrmechanismen, die zur Beseitigung
der Entzündung beitragen sollen.
Die Haut wird durch einen Säuremantel, der auch als körpereigenes
Antibiotikum bezeichnet wird, vor Bakterien geschützt.
Da durch das Piercing aber dieser Schutzmantel durchbrochen wurde, werden
vom Körper zusätzlich Freßzellen (Phagozyten) gebildet.
Diese körpereigenen Zellen vernichten die eingedrungenen Mikroorganismen.
Die dadurch entstandenen Zellabfälle sind als Eiter bekannt und treten
als Abfallprodukt aus der Wunde aus (Phagozytose) - was nicht zwangsläufig
vorkommen muß, jedoch kann. Dieser Vorgang wird vom Körper
so lange fortgeführt, bis alle Bakterien vernichtet sind und die
Haut sich um den Stichkanal neu gebildet hat.
Auch nach einer abgeschlossenen Wundheilung kann ein Sekret aus der gepiercten
Stelle austreten. Diese besteht in der Regel aus abgestorbene Zellen,
die der Körper abstößt. Die Verwendung eines Pflegemittels
unterstützt die körpereigene Wundheilung.
Je nach Piercing und gepiercter Hautpartie werden verschiedene Pflegemittel
verwendet. Hier kann in der Regel der Piercer weiterhelfen. Sollte es
jedoch zu starken Schmerzen oder größeren Entzündungen
kommen, solltet ihr einen Arzt aufsuchen, der euch ein stärkeres
Medikament zur Wundheilung verschreiben kann.
Es ist sehr wichtig, während der Heilphase darauf zu achten, daß
die Wunde vor Verunreinigungen geschützt wird. Eine starke Entzündung,
vor allem des Brustwarzenbereiches oder des Ohrknorpels, kann zu einer
schlimmen Schädigung des Körpers führen, und ist eine Entzündung
erst einmal fortgeschritten, zieht dies eine sehr lange Heilphase nach
sich. Deshalb ist es sehr wichtig die Pflege des Piercings ernst zu nehmen
und nicht zu vernachlässigen, denn wer sich an die wenigen Regeln
hält, hat sicherlich danach viel Spaß mit seinem neuen Schmuckstück.
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Die Dehnung |
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Eine alte Tradition, die besonders
bei afrikanischen Kulturen weit verbreitet ist, ist die Dehnung des Ohrläppchens.
Hierbei werden insbesondere bei Frauen die Ohren wie auch der Lippenbereich
gedehnt und meist mit Tonscheiben verziehrt. Diese extreme Art des Körperschmuckes
findet man heute in einer etwas abgewandelten Form auch bei uns.
Im Gegensatz zu manchen Naturvölkern wird die Erweiterung des Ohrläppchens
in Piercingstudios nicht durch einen Schnitt, sondern durch einen langsamen
Dehnungsvorgang erreicht. Das kann sich durchaus über einige Monate
hinziehen. Die Dauer dieser Erweiterung ist abhängig von der jeweiligen
Endgröße des Loches. Zu Beginn jeder Erweiterung steht das
Piercen des Ohres mit einem Ring, meist in der Größe 2,0 oder
2,4mm. Nach dessen vollständiger Heilung kann mit dem Dehnvorgang
des Ohrpiercings begonnen werden.
Hierzu werden spezielle, konisch zulaufende, Dehnungsnadeln verwendet,
die durch das vorhandene Ohrloch geschoben werden. Am Ende besitzen diese
eine Öffnung, in die der neue Schmuck eingesetzt werden kann. Um
ein Reißen des Ohrgewebes zu vermeiden, wird der Schmuck für
gewöhnlich in 1mm-Schritten vergrößert, jedoch ist es
bei sehr weichem Gewebe durchaus möglich, größere Schritte
zu auszuführen - was vom jeweiligen Piercer aber gut abgewogen werden
sollte. Bei zu großer Steigerung der Schmuckgröße besteht
die Gefahr, daß das Gewebe im Ohr reißt und sich somit später
nicht mehr zusammenziehen kann, wenn der Schmuck entfernt werden soll
(siehe Bild).
Es gibt verschiedene Arten von Schmuck, die in ein erweitertes Ohrloch
eingesetzt werden können: Einfache Hülsen, die mittels Gummiringen
befestigt werden, schraubbare Kanäle, Holzpflöcke, leuchtende
Kunststoffstäbe und so weiter. Das Studio eurer Wahl kann euch mit
Sicherheit eine Auswahl dieser Dinge zeigen.
Wenn ihr den Schmuck nicht mehr tragen wollt, kann man ihn problemlos
entfernen und das Ohrloch zieht sich teilweise wieder zusammen. Ob überhaupt,
ist abhängig von der Größe der Erweiterung und der Art
und Weise, wie diese durchgeführt wurde.
Ihr solltet jedoch, bevor ihr euch für solch einen ausgefallenen
Schmuck entscheidet, auf jeden Fall mit eurem Piercer über alle Vor-
und Nachteile aufklären lassen. Ohrlocherweiterungen sind zwar eine
sehr schöne, aber auch eine sehr auffällige Sache, und manchmal
bleibt das Loch auch nach Entfernug des Schmuckes erhalten &endash;
was in unserer Gesellschaft, die immer noch recht wenig Toleranz gegenüber
Extrempiercings aufbringt, zu unschönen Problemen führt. Wurde
das Schmuckstück jedoch unter Einhaltung der Regeln professionell
angebracht, könnt ihr es mit Stolz tragen, denn wem kann man schon
durch die Ohläppchen schauen?
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